Cash Flow: Definition, Formel & Berechnung (2024)

Der englische Ausdruck Cash Flow wird in der Finanzwelt und in der Betriebswirtschaft bereits seit vielen Jahren verwendet. Wörtlich lässt er sich als „Geldfluss“ übersetzen. Oft findest du auch die Schreibweise „Cashflow“. Diese betriebswirtschaftliche Kennzahl stellt den Saldo zwischen Einzahlungen und Auszahlungen innerhalb einer Periode dar und betrachtet damit die Liquidität von Unternehmen, Organisationen oder auch Staaten. Kapitalmarktorientierte Unternehmen in Deutschland sind verpflichtet, ihre Cash Flow Berechnung (also ihre Finanzströme) durch das Aufstellen einer Kapitalflussrechnung im Jahresabschluss aufzudecken (§ 297 Handelsgesetzbuch).

Die Definition des Begriffes Cash Flow und seine Bedeutung

Als wirtschaftliche Messgröße beschreibt der Cash Flow den Nettozufluss bzw. den Nettoabfluss liquider Mittel während eines bestimmten Zeitraumes. Meist wird hier ein Geschäftsjahr betrachtet. Den Cash Flow kannst du jedoch auch monatlich oder für jedes Quartal ermitteln. Sind die Einzahlungen höher als die Auszahlungen, so spricht man von einem positiven Cash Flow. Bei einem negativen Cash Flow übersteigen die Auszahlungen die Einzahlungen. Der Cash Flow berücksichtigt daher nur die liquiditätswirksamen Geschäftsvorfälle während dieser Zeit. Damit kennzeichnet er, wie viel Geld die Unternehmung tatsächlich erwirtschaftet hat und gibt so Auskunft über die Ertrags- und Finanzkraft. Je höher der erzielte Cash Flow, desto geringer ist der Kreditbedarf im Unternehmen. Ein erwirtschafteter Geldüberschuss kann auf den Bankkonten verbleiben und stärkt dort die Zahlungsfähigkeit. Er kann aber auch genutzt werden, um weitere Investitionen zu tätigen oder um Darlehen zu tilgen.

Arten des Cash Flows

Für eine aussagekräftige Beschreibung der Geldströme im Unternehmen kannst du drei Arten des Cash Flows unterscheiden:

1. Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (auch als operativer Cash Flow oder Netto Cash Flow bezeichnet)

Hier betrachtest du nur das gewöhnliche Geschäft, ein positiver Cash Flow hieraus dient der Innenfinanzierung des Unternehmens. So erwirtschaftest du Geld, um Kredite zu tilgen, Zinsen zu zahlen und Investitionen zu tätigen.

2. Cash Flow aus der Investitionstätigkeit

Dazu zählen der Erwerb und auch die Verkäufe von Anlagevermögen und anderen Investitionen, die nicht regelmäßig stattfinden und auch außerordentlich sein können.

3. Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit

Die Aufnahme neuer Darlehen oder die Inanspruchnahme des Kontokorrentkredites stellt neue Liquidität bereit. Diese zusätzliche Liquidität kommt in der Regel von außerhalb der Unternehmung.

Die Cash Flow Berechnung

Eine Cash Flow Formel, wie sie von anderen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen üblich ist, gibt es leider nicht. Die Daten für die Cash Flow Rechnung findest du in der Bilanz des Unternehmens sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Die Berechnung des Cash Flows kann direkt oder indirekt erfolgen:

Die direkte Ermittlung des Cash Flows

Für diese Methode benötigst du viele interne Informationen, die du sowohl aus der GuV, der Bilanz oder auch direkt von den Konten des Unternehmens entnehmen kannst. Als externer Betrachter kannst du sie nur anwenden, wenn das Unternehmen die GuV nach dem Gesamtkostenverfahren aufstellt. Die Cash Flow Berechnung erfolgt dann so:

+ Umsatzerlöse
– Veränderung des Forderungsbestandes innerhalb der Periode (denn nicht bezahlte Forderungen sind nicht liquiditätswirksam)
– Aufwand für Material und Personal
– Sonstige betriebliche Aufwendungen
= operativer Cash Flow

+ Einzahlungen aus der Investitionstätigkeit (Einnahmen aus Verkauf von Anlagen)
– Aufwand für Investitionen
= Cash Flow aus Investitionstätigkeit

+ Auszahlungen für Darlehen
– Tilgungen von Darlehen
= Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit

+ Operativer Cash Flow
+ Cash Flow aus Investitionstätigkeit
+ Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit
= Cash Flow gesamt (wird auch Brutto Cash Flow genannt)

Eine Cash Flow Rechnung eines mittelständischen Maschinenherstellers könnte so aussehen (alle Daten kannst du in der Bilanz und der GuV des Vorjahres finden):

+Umsatzerlöse2.000.000 €
Erhöhung des Forderungsbestandes– 150.000 €
Material- und Personalaufwand– 1.050.000 €
Sonstige betriebliche Aufwendungen– 200.000 €
=Operativer Cash Flow= 600.000 €
+Einnahmen aus Anlagenverkauf100.000 €
Auszahlungen für Investitionen– 300.000 €
=Cash Flow aus Investitionstätigkeit= – 200.000 €
+Auszahlungen für Darlehen300.000 €
Tilgungen von Darlehen– 500.000 €
=Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit= – 200.000 €
+Operativer Cash Flow600.000 €
+Cash Flow aus Investitionstätigkeit– 200.000 €
+Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit– 200.000 €
=Cash Flow gesamt= 200.000 €

Die Cash Flow Rechnung bei der indirekten Methode

In der Praxis wird diese Variante der Cash Flow Berechnung bevorzugt genutzt. Du musst diese auswählen, wenn das Unternehmen die GuV mit dem Umsatzkostenverfahren aufstellt oder wenn du keine internen Daten bekommst, also nur auf den Jahresabschluss einschließlich GuV zugreifen kannst. Ausgangspunkt ist hier das ausgewiesene Jahresergebnis. Dann wird zurückgerechnet – das heißt, alle nicht zahlungswirksam gewordenen Aufwände werden addiert, die nicht liquiditätswirksamen Erträge subtrahiert.

Jahresüberschuss nach Steuern
+/- Abschreibungen und Zuschreibungen zum Anlagevermögen
+/- Zunahme bzw. Abnahmen bei Rückstellungen
+/- Verlust und Gewinn aus Anlagenabgängen
+/- Abnahme oder Zunahme von Vorräten, Forderungen und sonstiger Aktiva
+/- Zunahme bzw. Abnahme von Verbindlichkeiten oder sonstigen Passiva
= Operativer Cash Flow

+ Einzahlungen für Investitionen, korrigiert um den Gewinn oder Verlust aus Anlagenabgängen
– Auszahlungen für Investitionen
= Cash Flow aus Investitionstätigkeit

+ Auszahlungen für Darlehen
– Tilgungen von Darlehen
= Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit

+ Operativer Cash Flow
+ Cash Flow aus Investitionstätigkeit
+ Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit
= Cash Flow gesamt

Die Cash Flow Berechnung des Maschinenherstellers zeigt dann diese Zahlen:

Jahresüberschuss nach Steuern250.000 €
+/-Abschreibungen und Zuschreibungen zum Anlagevermögen+ 450.000 €
+/-Zunahme bzw. Abnahmen bei Rückstellungen+ 20.000 €
+/-Verlust und Gewinn aus Anlagenabgängen+ 10.000 €
+/-Abnahme oder Zunahme von Vorräten, Forderungen und sonstiger Aktiva– 150.000 €
+/-Zunahme bzw. Abnahmen von Verbindlichkeiten oder sonstigen Passiva+ 20.000 €
=Operativer Cash Flow= 600.000 €
+Einzahlungen für Investitionen, korrigiert um den Gewinn oder Verlust aus Anlagenabgängen+ 100.000 €
Auszahlungen für Investitionen– 300.000 €
=Cash Flow aus Investitionstätigkeit= – 200.000 €
+Auszahlungen für Darlehen300.000 €
Tilgungen von Darlehen– 500.000 €
=Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit= – 200.000 €
+Operativer Cash Flow600.000 €
+Cash Flow aus Investitionstätigkeit– 200.000 €
+Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit– 200.000 €
=Cash Flow gesamt= 200.000 €

Weitere Kennzahlen, die mit dem Cash Flow berechnet werden

Die Ertragskraft eines Unternehmens wird mit den Zahlen anderer Betriebe vergleichbar, wenn weitere Kennzahlen auf Grundlage des Cash Flows berechnet werden:

Die Umsatzrendite (oder Cash Flow Marge) gibt zum Beispiel an, wie viel Prozent des Umsatzes für Investitionen, Tilgung von Krediten oder Ausschüttung von Gewinnen übrig bleibt:

Cash-Flow-Umsatzrendite = Operativer Cash Flow / Umsatzerlöse * 100

Mit Hilfe des Verschuldungsfaktors kannst du berechnen, wie oft du deinen Cash Flow erwirtschaften müsstest bzw. wie viele Jahre es dauert, um deine Schulden zu tilgen. Diese Kennzahl nutzen Banken, um deine Bonität zu beurteilen:

Verschuldungsfaktor = Effektivverschuldung / Cash Flow * 100

As a seasoned financial expert with extensive knowledge in the field, I can provide a comprehensive understanding of the concepts discussed in the provided German article about Cash Flow. My expertise in finance allows me to delve into the intricacies of Cash Flow, its calculation methods, and its significance in evaluating the financial health of businesses.

The term "Cash Flow" or "Cashflow" is commonly used in the financial and business sectors, representing the net flow of cash during a specific period. It is a crucial metric for assessing the liquidity of companies, organizations, or even nations. In Germany, capital market-oriented companies are obligated to disclose their Cash Flow calculation through the preparation of a cash flow statement in the annual financial statements (§ 297 Handelsgesetzbuch).

Cash Flow, as an economic metric, describes the net inflow or outflow of liquid funds over a defined period, typically a fiscal year. It can also be calculated monthly or quarterly. A positive Cash Flow occurs when inflows exceed outflows, indicating a healthy financial position, while a negative Cash Flow suggests that outflows surpass inflows. This metric considers only liquidity-effective business transactions, providing insights into the actual earnings and financial strength of the entity.

There are three main types of Cash Flows that contribute to a comprehensive understanding of a company's financial dynamics:

  1. Operative Cash Flow (or Net Cash Flow): Focuses on the core business operations, contributing to internal financing by generating funds for debt repayment, interest payments, and investments.

  2. Cash Flow from Investment Activities: Encompasses the acquisition and sale of assets and other irregular or extraordinary investments.

  3. Cash Flow from Financing Activities: Involves raising new loans or utilizing overdraft facilities, providing additional liquidity typically external to the business.

The calculation of Cash Flow involves either direct or indirect methods. The direct method requires internal data from the income statement, balance sheet, or directly from the company's accounts. The indirect method, commonly preferred in practice, starts with the reported net income and adjusts for non-cash items and changes in working capital.

Additionally, the article introduces the calculation of the overall Cash Flow by summing the Operative Cash Flow, Cash Flow from Investment Activities, and Cash Flow from Financing Activities. A sample Cash Flow statement for a hypothetical machine manufacturer is provided to illustrate these calculations using both direct and indirect methods.

Furthermore, the article explores additional financial metrics derived from Cash Flow, such as the Cash-Flow-Umsatzrendite (Cash Flow Margin) and the Verschuldungsfaktor (Debt Ratio), offering a deeper understanding of how Cash Flow contributes to evaluating a company's profitability and financial viability.

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